Warum gute Ideen nicht reichen: Was unser Co-Founder Daniel beim Aufbau von VAMOZ gelernt hat
In diesem Podcast-Gastauftritt erzählt VAMOZ Co-Founder Daniel Dietrich, wie eine ungeplante Arbeitssituation in Mexiko zum Ausgangspunkt für ein Unternehmen wurde, das Arbeitgebern hilft, Arbeiten aus dem Ausland bewusst, compliant und nachhaltig zu ermöglichen.
Höre dir die Podcastfolge mit Daniel an:
Die Idee für VAMOZ entstand in Mexiko.
Unser Co-Founder Daniel stand am Ende seines Doktorats, hatte noch zwei Wochen Ferien übrig und wollte während der Pandemie weg. Mexiko war damals eines der wenigen Länder, in die man noch reisen konnte. Also buchte er einen Flug mit einem kleinen Rucksack, seinem Laptop und Kleidung für zwei Wochen.
Am Ende blieb er mehr als drei Monate.
Er wurde krank, Ein- und Ausreiseregeln änderten sich laufend, und irgendwann begann er von Mexiko aus zu arbeiten. Was als improvisierte Lösung begann, funktionierte überraschend gut. Sein Arbeitgeber war zufrieden, Daniel war produktiv, und gleichzeitig hörte er von Freunden, Kolleginnen und Kollegen und aus seinem Netzwerk immer wieder dieselben Fragen:
- Warum darfst du das?
- Warum erlaubt mein Arbeitgeber das nicht?
- Was müsste passieren, damit Arbeiten aus dem Ausland möglich wird?
Damals hatte Daniel noch keine vollständige Antwort. Aber ihm wurde klar, dass diese Fragen auf einen echten Bedarf hinwiesen.
Von persönlicher Erfahrung zu einem Marktproblem
Als Daniel in die Schweiz zurückkehrte, begann er, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Ein wichtiger Schritt war der Austausch mit Prof. Dr. Isabelle Wildhaber von der Universität St. Gallen, die sich umfassend mit arbeitsrechtlichen Fragen rund um Homeoffice und neue Arbeitsformen beschäftigt hatte.
Schnell wurde deutlich: Temporäres Arbeiten aus dem Ausland ist nicht nur eine Frage von Vertrauen oder Unternehmenskultur. Es berührt mehrere Rechtsgebiete gleichzeitig: Sozialversicherung, Steuern, Arbeitsrecht, Immigration, Meldepflichten und mehr.
Daniel erklärt das am Beispiel einer Workation in Rom. Aus Sicht der Mitarbeitenden klingt ein Monat in Italien einfach: tagsüber arbeiten, nach Feierabend die Stadt entdecken, vielleicht eine Sprachschule besuchen. Aus Sicht des Unternehmens stellen sich jedoch schnell konkrete Fragen: Ist die Person weiterhin korrekt sozialversichert? Wird eine A1-Bescheinigung benötigt? Könnte ein Risiko für eine Betriebsstätte entstehen? Welche arbeitsrechtlichen Regeln gelten während des Aufenthalts?
Für Daniel war die zentrale Erkenntnis: Workation muss nicht verhindert werden. Sie sollte aber bewusst ermöglicht werden.
Erst validieren, dann bauen
Eine der wichtigsten Entscheidungen in der frühen Phase war, nicht sofort Software zu bauen.
VAMOZ startete nicht mit einer grossen Plattform. VAMOZ startete mit einer pragmatischen Lösung: juristische Recherche, strukturierte Entscheidungslogik, Tabellen, manuelle Prüfungen und PDF-Berichte. Das war nicht elegant, aber sehr nah am Problem.
Bevor Code geschrieben wurde, wollte das Team zwei Dinge verstehen: Haben Unternehmen wirklich ein Problem, das sie intern nicht effizient lösen können? Und sind sie bereit, für eine Lösung zu bezahlen?
Beides liess sich validieren. Erst danach kam Johannes Pecher als CTO dazu. Seine Rolle war nicht, das Problem erstmals lösbar zu machen, sondern eine bereits getestete Lösung skalierbar zu machen.
Daniel würde diese Reihenfolge wieder wählen.
Viele Startups investieren sehr früh in Produkt, Design und Technologie. Das ist verständlich, weil man etwas Greifbares schaffen möchte. In der frühen Phase von VAMOZ war es jedoch wichtiger, mit Unternehmen zu sprechen, echte Fälle manuell zu bearbeiten und zu verstehen, wo der Schmerz wirklich liegt.
VAMOZ war bereits im ersten Jahr profitabel. Das Unternehmen wurde bewusst als bootstrapped Business aufgebaut, also ohne externe Finanzierung und mit starkem Fokus auf nachhaltige Kundenbeziehungen. Während andere Anbieter viel Kapital aufnahmen und schnell grosse Teams aufbauten, wählte VAMOZ einen anderen Weg.
Nicht, weil Geschwindigkeit unwichtig ist. Sondern weil Wachstum ohne Fokus sehr schnell teuer werden kann.
Manchmal schlägt Nachhaltigkeit Geschwindigkeit
Bootstrapping zwingt zu Klarheit.
Man kann nicht jeder Idee folgen. Man muss früher entscheiden, was wirklich zählt. Für VAMOZ bedeutete das: Verlässlichkeit, Nähe zu Kundinnen und Kunden und ein Produkt, das HR-Teams konkrete Arbeit abnimmt.
Im B2B-Geschäft wird die Bedeutung von Beziehungen manchmal unterschätzt. Natürlich braucht es eine starke Lösung. Aber Vertrauen entsteht nicht nur durch Funktionen. Es entsteht durch Zusammenarbeit über Zeit.
Ein Moment ist Daniel besonders geblieben: An einem HR-Event kam ein HR Lead eines grossen VAMOZ-Kunden an den Stand und brachte ein kleines Geburtstagsgeschenk für seinen Sohn mit. Kein Sales-Moment, keine Produktstrategie, kein KPI. Einfach eine menschliche Geste.
Für Daniel sagt das viel darüber aus, was langfristige Kundenbeziehungen werden können, wenn man sie sorgfältig aufbaut.
Was Daniel heute anders machen würde
Rückblickend ist Daniel froh, dass VAMOZ früh mit Pilotkunden gearbeitet und nicht zu lange isoliert gebaut hat. Was er heute noch bewusster machen würde: Learnings früher und systematischer dokumentieren.
Am Anfang passiert sehr viel gleichzeitig. Man spricht mit Unternehmen, beantwortet Einzelfälle, passt Prozesse an und lernt laufend dazu. Diese frühen Muster sind extrem wertvoll:
- Welche Fragen tauchen immer wieder auf?
- Welche Risiken werden unterschätzt?
- Welche Funktionen wünschen sich Kunden, obwohl sie das Kernproblem nicht lösen?
- Welche Botschaften versteht der Markt sofort?
Diese Erkenntnisse helfen nicht nur bei der Produktentwicklung, sondern auch bei Positionierung, Vertrieb und Customer Success.
Buchempfehlung: Sternstunden der Menschheit
Im Podcast wird Daniel auch nach einer Buchempfehlung gefragt. Seine Wahl: “Sternstunden der Menschheit” von Stefan Zweig.
Das Buch beschreibt historische Momente, in denen viele Entwicklungen, Entscheidungen und Zufälle zusammenkommen und plötzlich in eine neue Richtung führen.
Für Daniel passt dieses Bild zu den Anfangstagen von VAMOZ. Die Pandemie war für viele Menschen eine schwierige Zeit. Gleichzeitig beschleunigte sie Veränderungen, die wahrscheinlich ohnehin bereits im Gang waren: Remote Work, flexiblere Arbeitsmodelle und neue Erwartungen an Arbeitgeber.
VAMOZ entstand genau aus so einem Moment: eine ungeplante Arbeitssituation in Mexiko, viele Fragen aus Daniels Netzwerk, juristische Expertise und erste Unternehmen, die bereit waren, das Thema ernst zu nehmen.
In der Podcastfolge spricht Daniel ausführlicher über diese Reise, frühe Entscheidungen, Workation-Risiken, Bootstrapping und darüber, was der Name VAMOZ mit einem Mann in Mexiko in einer hellgrünen Badehose zu tun hat.
Du kannst die ganze Folge direkt hier im Artikel anhören.
Setze dich auf dem Arbeitsmarkt durch
Buche heute eine Demo und ermögliche deinen Mitarbeitenden als zeitgemäßes und konkurrenzfähiges Unternehmen flexiblere Arbeitsbedingungen.