Workation-Statistiken 2026: 10 zentrale Erkenntnisse für Arbeitgeber
Workations werden bei Wissensarbeitenden zur Mainstream-Erwartung. Dieser aktualisierte Artikel für 2026 fasst die wichtigsten Workation-Statistiken und Arbeitgeber-Insights von PwC, Fraunhofer IAO, KPMG, IW, AOK/DVKA, TUI und dem Workation Atlas zusammen.
Zuletzt aktualisiert: Juni 2026
Warum dieser Artikel?
Workations sind kein Nischen-Benefit und kein Social-Media-Trend mehr. Für viele Wissensarbeitende gehört die Möglichkeit, vorübergehend aus dem Ausland zu arbeiten, heute zum Verständnis moderner Flexibilität.
Aktuelle Studien zeigen ein klares Muster: Die Nachfrage ist hoch, das Bewusstsein der Mitarbeitenden wächst, und Unternehmen stehen unter Druck, spontane Einzelfallanfragen in strukturierte, compliant Prozesse zu überführen. Laut der Workation-Studie von PwC Deutschland interessieren sich fast zwei Drittel der Beschäftigten, deren Tätigkeit remote ausgeübt werden kann, für zeitweiliges Arbeiten aus dem Ausland. Gleichzeitig zeigt die Workation-Studie 2025 des Fraunhofer IAO, dass Workation bei guter Umsetzung Motivation, Zufriedenheit und wahrgenommene Produktivität steigern kann.
Vamoz hat die wichtigsten Erkenntnisse aus aktuellen Studien und Arbeitgeberhinweisen zusammengestellt, damit HR-, People- und Global-Mobility-Teams verstehen, was Workation im Jahr 2026 bedeutet und wie sie strategisch, effizient und rechtssicher umgesetzt werden kann.
Die 10 wichtigsten Erkenntnisse für Arbeitgeber
1. Workations werden zur Mainstream-Erwartung
Workation ist in der modernen Arbeitswelt fest angekommen. Laut PwC sagen 64 % der Beschäftigten in Deutschland, deren Tätigkeit remote möglich ist, dass zeitweiliges Arbeiten aus dem Ausland für sie infrage kommt. Bei den 18- bis 29-Jährigen steigt dieser Wert auf 80 %.
Der Trend zeigt sich auch über Umfragen hinaus. Der Workation Atlas 2026 kommt zu dem Ergebnis, dass Deutschland 52 % der weltweiten Suchanfragen zum Begriff "Workation" ausmacht. Damit ist Deutschland der stärkste Suchmarkt für das Konzept weltweit.
2. Die tatsächliche Nutzung wächst, aber die Messweise macht einen Unterschied
Die Zahlen unterscheiden sich je nachdem, ob Beschäftigte, Arbeitgeber oder die gesamte Unternehmenslandschaft betrachtet werden.
PwC berichtet, dass 51 % der berechtigten Beschäftigten sagen, ihr Arbeitgeber erlaube zeitweiliges Arbeiten aus dem Ausland. Das Fraunhofer IAO fand auf Basis einer Befragung von 964 Personen heraus, dass 68 % der Befragten mit Workation vertraut sind, 34 % angeben, dass ihr Arbeitgeber Workation erlaubt, und rund jede vierte Person bereits eine Workation erlebt hat. Demgegenüber kommt das Institut der deutschen Wirtschaft zu dem Ergebnis, dass rund 15 % der deutschen Unternehmen insgesamt ihren Mitarbeitenden Arbeiten aus dem Ausland ermöglichen. Der niedrigere Wert erklärt sich auch dadurch, dass viele kleinere Unternehmen und nicht remote-fähige Rollen einbezogen sind.
Für Arbeitgeber ist die Schlussfolgerung klar: Workation ist für viele Büro- und Wissensarbeitsrollen bereits Realität, aber strukturierter Zugang ist weiterhin ungleich verteilt.
3. Jüngere Mitarbeitende treiben die Nachfrage
Workation ist besonders relevant für jüngere Talente. In der PwC-Studie sind 80 % der 18- bis 29-Jährigen Workation-affin. Damit wird zeitweiliges Arbeiten aus dem Ausland zu einem wichtigen Thema für Recruiting, Mitarbeiterbindung und Employer Branding, besonders in wettbewerbsintensiven Branchen, in denen Flexibilität bereits erwartet wird.
Der breitere Remote-Work-Trend stützt diese Entwicklung. PwCs Home & Office Studie 2025 zeigt, dass 88 % der Beschäftigten mindestens einen Homeoffice-Tag pro Woche wünschen und 44 % Remote-Work-Möglichkeiten als entscheidenden Faktor bei der Arbeitgeberwahl betrachten.
4. Workation beeinflusst die Arbeitgeberwahl deutlich
Workation kann direkt beeinflussen, ob Kandidatinnen und Kandidaten ein Stellenangebot annehmen oder ablehnen. Laut PwC betrachten 57 % der Befragten Workation als wichtiges Kriterium bei der Wahl eines Arbeitgebers. Noch deutlicher: 30 % würden ein Stellenangebot ablehnen, wenn der Arbeitgeber keine Workation ermöglicht; bei den 18- bis 29-Jährigen steigt dieser Wert auf 45 %.
Für Arbeitgeber bedeutet das: Workation ist nicht nur ein Lifestyle-Benefit. Sie kann den Zugang zu Talenten beeinflussen.
5. Workations können Motivation, Zufriedenheit und Produktivität verbessern
Die stärkste neuere Evidenz kommt aus der Fraunhofer IAO Studie 2025. Unter Personen, die bereits eine Workation gemacht hatten, berichteten 65 % von höherer Motivation und 71 % von höherer Arbeitszufriedenheit. Fraunhofer stellte außerdem fest, dass eine stabile IT-Infrastruktur zentral ist: Fast 97 % der Befragten sahen sie als wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Workation.
Das bestätigt einen wichtigen Punkt für Arbeitgeber: Workation schafft nur dann Mehrwert, wenn das Setup professionell ist. Gute Konnektivität, klare Erwartungen, sicherer Zugang und geeignete Arbeitsumgebungen zählen.
Der Status quo in Unternehmen
6. Mehr Unternehmen erlauben Workation, doch die Realität bleibt uneinheitlich
Die Beschäftigtendaten von PwC zeigen, dass 51 % der berechtigten Befragten zeitweilig aus dem Ausland arbeiten können. Die Fraunhofer-Daten aus 2025 deuten darauf hin, dass 34 % der Arbeitgeber diese Form mobiler Arbeit erlauben. Das IW-Unternehmenspanel zeigt mit 15 % einen niedrigeren Gesamtwert, insbesondere weil kleinere Unternehmen seltener über die Ressourcen oder Rollen für internationales Remote Work verfügen.
Diese Lücke zeigt, warum Workation nicht als einfacher "Ja/Nein"-Benefit behandelt werden sollte. Unternehmen müssen definieren, wer berechtigt ist, welche Länder erlaubt sind, wie lange Mitarbeitende im Ausland bleiben dürfen und welche Freigaben notwendig sind.
7. Die durchschnittlich erlaubte Dauer ist gestiegen
In der PwC-Studie 2024 können Beschäftigte, deren Arbeitgeber Workation erlauben, diese durchschnittlich 40,5 Tage pro Jahr nutzen. Im Vorjahr waren es 30,3 Tage. Das zeigt: Unternehmen führen nicht nur Workation-Richtlinien ein, sie erweitern sie auch.
Für viele Arbeitgeber ist ein strukturierter jährlicher Rahmen ein pragmatischer Startpunkt, zum Beispiel 20 bis 40 Tage pro Jahr, kombiniert mit Länderbeschränkungen, Risikoprüfungen und einem klaren Genehmigungsprozess.
8. Prozesse bleiben eine Schwachstelle
Selbst dort, wo Workation erlaubt ist, verstehen Mitarbeitende die Regeln oft nicht. PwC fand heraus, dass 19 % der Beschäftigten die aktuelle Workation-Regelung ihres Unternehmens nicht kennen und 18 % nicht wissen, wie viele Tage sie aus dem Ausland arbeiten dürfen. Unter Beschäftigten, deren Unternehmen Workation anbietet, kennen nur 52 % den Antragsprozess.
Auch KPMGs International Remote Work Survey 2026 zeigt, dass vielen Unternehmen noch pragmatische Prüf- und Genehmigungsprozesse für internationales Remote Work fehlen. Die wichtigsten Hürden sind Compliance-Risiken, administrative Komplexität und Kosten.
Genau hier liegt die größte operative Chance für Arbeitgeber: Richtlinien allein reichen nicht aus. Unternehmen brauchen standardisierte, automatisierte und transparente Antragsprozesse.
Rechtliche, steuerliche und Compliance-Risiken
9. Heimliche Workations schaffen erhebliche Risiken
Inoffizielle oder "heimliche" Workations sind für Mitarbeitende und Arbeitgeber riskant. Wenn Mitarbeitende ohne Genehmigung aus dem Ausland arbeiten, können für das Unternehmen sozialversicherungs-, steuer-, aufenthalts-, arbeitsrechtliche und datenschutzbezogene Fragen entstehen.
Die AOK-Arbeitgeberhinweise zu Workation und grenzüberschreitender Telearbeit erklären, dass eine Workation innerhalb der EU, des EWR, der Schweiz und des Vereinigten Königreichs in der Regel als vorübergehende Entsendung behandelt werden kann und der Arbeitgeber eine A1-Bescheinigung beantragen sollte, um zu dokumentieren, dass weiterhin deutsches Sozialversicherungsrecht gilt. Auch das Bundesportal erläutert, dass Arbeitgeber eine A1-Bescheinigung beantragen sollten, wenn sie Beschäftigte vorübergehend ins europäische Ausland entsenden und nachweisen müssen, dass deutsches Sozialversicherungsrecht weiter gilt.
Ein compliant Workation-Setup sollte daher mindestens Folgendes prüfen:
- Zielland
- Dauer
- Nationalität sowie Visa- oder Arbeitsbewilligungspflichten
- Sozialversicherungsstatus und Bedarf an einer A1-Bescheinigung
- Steuer- und Betriebsstättenrisiko
- Arbeitsrechtliche Regeln und Feiertage
- IT-Sicherheit und Datenschutzanforderungen
10. EU/EFTA-Destinationen bleiben der einfachste Startpunkt
Viele Unternehmen beginnen mit EU/EFTA-Ländern, weil der rechtliche und administrative Rahmen planbarer ist. Die AOK-Hinweise bestätigen, dass Workation innerhalb der EU, des EWR, der Schweiz und des Vereinigten Königreichs häufig als vorübergehende Entsendung mit A1-Bescheinigung gehandhabt werden kann, während dauerhaftes Homeoffice im Ausland ein anderer und komplexerer Fall ist.
Für grenzüberschreitende Telearbeit erklärt die DVKA, dass bestimmte Beschäftigte unter dem seit Juli 2023 geltenden multilateralen Rahmenübereinkommen bis zu 49,99 % ihrer Arbeitszeit als Telearbeit im Wohnstaat leisten können und dennoch dem Sozialversicherungsrecht des Arbeitgeberstaats unterliegen, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind.
Bei klassischer Workation sollten Arbeitgeber dennoch jeden Fall individuell prüfen. Kurzfristige Workation, grenzüberschreitende Telearbeit, Geschäftsreise und dauerhaftes Arbeiten im Ausland sind nicht dieselbe rechtliche Kategorie.
Top-Destinationen und globale Strategie
Beliebte Workation-Destinationen verschieben sich in Richtung Infrastruktur und Compliance
Ältere Beschäftigtenumfragen zeigten starkes Interesse an klassischen europäischen Urlaubsländern wie Spanien, Italien, Österreich, Griechenland, Frankreich und den Niederlanden. Neuere Destination-Rankings legen stärkeres Gewicht auf Infrastruktur, Kosten, Konnektivität, Sicherheit und rechtliche Praktikabilität.
Der TUI Workation Index 2025 bewertet Städte nach Kriterien wie Coworking-Infrastruktur, Miete, Breitbandgeschwindigkeit, Zeitzone, Sicherheit und Kosten. Zu den Top-Städten zählen Lissabon, Bukarest, Porto, Budapest und Krakau. Der Workation Atlas 2026 unterscheidet zwischen verschiedenen Arbeitstypen und bewertet Sevilla, Ericeira und Valencia als starke "Easy Mover"-Optionen für deutsche Unternehmensangestellte, weil sie Nähe, EU-Standort, überschaubare Reisezeit und praktische Infrastruktur verbinden.
Für Arbeitgeber legt das einen klugen Ansatz nahe: Nicht nur fragen, wohin Mitarbeitende reisen möchten. Sondern auch bewerten, wo das Unternehmen Workation sicher und effizient ermöglichen kann.
Abschließende Gedanken für Arbeitgeber
Workation ist mehr als ein Lifestyle-Benefit. Sie spiegelt eine breitere Entwicklung hin zu flexibler, vertrauensbasierter und international mobiler Arbeit. Die Nachfrage ist real, besonders bei jüngeren Talenten. Potenzielle Vorteile sind höhere Zufriedenheit, Motivation, Kreativität und Bindung.
Gleichzeitig schafft Workation echte rechtliche und operative Komplexität. Ohne klare Regeln setzen sich Unternehmen vermeidbaren Risiken aus, von Sozialversicherung und Steuern über Immigration, Arbeitsrecht und Datenschutz bis hin zu interner Fairness.
Mit Vamoz können Unternehmen Workations so steuern, dass sie:
- Rechtskonform sind
- Risiken und Vorschriften berücksichtigen
- Für Mitarbeitende transparent sind
- Für HR, Legal, Payroll und Global Mobility effizient bleiben
- Über Länder und Teams hinweg skalierbar sind
Eine gute Workation-Richtlinie sollte nicht einfach "ja" oder "nein" sagen. Sie sollte die richtigen Fälle einfach machen, riskante Fälle sichtbar machen und den gesamten Prozess steuerbar halten.
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